09.09.2011 - PFUI

So, nachdem ich vorgestern abend ein sehr nettes Gespräch hatte mit einer Airedale-Halterin hier im Ort, deren süße Maus wir vor langer Zeit mal übers Wochenende bei uns hatten, habe ich gestern mit Xanny zwei klärende "Gespräche geführt".

Ich berichte ja schon länger, dass ich die ewige Beißerei von Xanny nicht in den Griff bekomme. Jede Maßnahme dagegen brachte nur noch aufgeregteres Schnappen hervor. Ich habe dies immer versucht mit NEIN oder AUS in den Griff zu bekommen, ohne große Erfolge. Nun übe ich seit 3 Wochen mit ihm PFUI, jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit und auch auf dem Rückweg. Wann immer Xanny etwas aufnehmen will, kommt ein mächtiges Pfui von mir, half das nicht gabs anfangs einen Ruck mit der Leine und sofort ein Leckerli von mir als Alternativangebot. Dies hat wunderbar funktioniert, Xanny hat es schnell begriffen und inzwischen funktioniert es auch ohne dass er an der Leine ist. Ich bin nur nicht auf die Idee gekommen, es beim Beißen einzusetzen.

Gestern nun habe ich mich auf den Boden gesetzt und die Beißerei direkt provoziert. Nach einem lauten PFUI schaute er mich verdutzt an, biss aber wieder zu. Da ich darauf vorbereitet war, habe ich ihn sofort geschnappt, blitzschnell auf den Rücken gedreht und ihn mit meiner Hand an seiner Kehle gehalten. Ich habe laut und ärgerlich PFUI gesagt, und ICH WILL DAS NICHT MEHR und DAMIT IST JETZT SCHLUSS! Ein "einfaches" auf den Rücken drehen hatte Xanny nicht anhaltend beeindruckt, das hatte ich schon mal versucht. Aber diesmal habe ich wohl ziemlichen Eindruck hinterlassen, Xanny hat sich nicht dagegen gewehrt, sich danach aber auch nicht ängstlich oder sensiblich verhalten. ABER ... mich hat er seitdem nicht wieder gebissen.

Mein Sohn kam nachmittags nach Hause, ich erklärte ihm genau, was ich gemacht hatte und warum, denn er findet solche Behandlung des Hundes schrecklich, weil er sich eben noch nicht großartig auskennt mit Hunden. Ich erklärte ihm, dass wir nun schauen würden, ob Xanny ihn noch zwickt, wir setzten uns also zusammen auf den Boden und provozierten Xanny nochmals. Das gleiche Spiel, Xanny biss Sohnemann und ich zeigte ihm erneut meinen Unmut darüber. Seitdem ist auch Sohnemann sicher vor Xannyzähnen.

Meinem Mann schickte ich eine SMS, er solle mit lautem PFUI reagieren, wenn er nach Hause kommt und Xanny ihn in seiner Freude in die Hände zwickt. Er hatte das nun etwas missverstanden und begrüßte Xannyx Anspringen direkt mit einem lauten PFUI. Der war so verdutzt, dass er vergaß zu Zwicken.

Am gestrigen Tage gab es keinen Biss mehr von Xanny.

Heute, beim morgendlichen Kuscheln, freute sich Xanny sehr, als mein Mann aufwachte und wollte dies wieder mit Beißen ausdrücken. Eine kurze Erinnerung mit auf den Rücken drehen und PFUI rief alle Erinnerungen wieder wach und seitdem haben wir keinen Zahn wieder gespürt.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie erleichtert und glücklich ich darüber bin, dass wir dieses Verhalten nun in den Griff bekommen. Es war ein so entspannter Tag ohne diese Zwickerei.

Ich muss allerdings auch noch eine Sache erwähnen. Seit gestern verzichten wir darauf, Xanny mit ausgestreckten Händen von oben herab am Kopf zu streicheln. Wir hocken uns statt dessen hin und streicheln ihn dann von unten her am Körper. Ich hatte den Eindruck, dass diese Hände von oben vielleicht eine Bedrohung darstellen könnten. Und ich glaube, damit hatte ich nicht so unrecht. Zumindest wurde ich in der Hundeschule darin bestätigt.

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