18.03.2012 - Mantrailing

Ein ereignisreicher und erfolgreicher Tag geht zu Ende. Unser Mantrailing-Seminar mit Christine Schüler hat mich einiges Wissen und einige Erfahrungen reicher gemacht.

Wir begannen mit einem Frühstück und dem vergeblichen Versuch, einen Beamer in Gang zu setzen. Nachdem wir die Tücken der Technik überwunden hatten, begann Christine Schüler, deren Hunde die einzigen offiziellen Mantrailer der Rettungshundestaffel in Hamburg sind, mit einem ca. einstündigen Vortrag über das Mantrailing. Dieser war sehr informativ und selbst mein 10-jähriger Sohn, der freiwillig mitgekommen war, fand es sehr interessant und hatte richtige Antworten auf Christines Fragen parat. Sie erklärte sehr verständlich, was bei so einem Vortrag ja doch wichtig ist, damit man nicht anfängt zu gähnen.

Danach ging es ab ins Industriegebiet, ein für die meisten Hunde völlig unbekanntes Gebiet. Die Ansage war: ein Hund sucht, alle anderen bleiben im Auto. Das war nicht ganz realisierbar, denn zwei Hunde waren ohne Auto da, die waren dann also immer mit dabei. Also Christine vornweg mit dem Opfer, Versteck besprochen, Opfer versteckt, Hundeführer und Hund rückten nach und dann gings auch schon los, alle Teilnehmer hinterher. Dies war für die Hunde auch neu, für uns aber wichtig, um lernen zu können. Nach jeder Suche, ob erfolgreich oder nicht erklärte Christine für jeden verständlich, was richtig und was falsch war. Kam der Hund nicht in die Spur, erklärte sie warum und wie man weiter verfahren könne und setzte diese Erklärungen auch praktisch um.

Xanny war an der Reihe und wir machten alles so wie immer. An Halsband und Leine bis 1 Meter vor den Geruchsartikel des Opfers, Halsband ab, Suchhalsband mit Suchleine dran und los gings. Xanny hat die ungewohnte Umgebung nicht beeindruckt, er hat die Witterung aufgenommen und ab ging die Post. Christine erklärte mir seinen Weg im Nachhinein anhand von Windrichtung und Gebäuden und wies mich auf einen Fehler hin. Xanny drehte auf der Spur um, weil er "aus der Witterung gelaufen war" und lief zurück auf Christine zu. Ich dachte, er will zu ihr und bremste ihn etwas aus, hinderte ihn damit aber "die Witterung wieder aufzunehmen". Na ihr könnt euch denken, dass Xanny natürlich seinen Weg gefunden hat, er hat alles richtig gemacht und ich hab was Wichtiges wieder aufgefrischt: Schaue Dir die Gegebenheiten an und die Windrichtung und vertraue Deinem Hund.

Xannys zweiter Trail war auch super. Christine hatte ein anderes Versteck für das Opfer gewählt, als wir vorher angedacht hatten. Was sagte sie noch hinterher? Sie wollte mich austricksen. Das kennen wir doch aber schon. Gewohntes Ritual und ab die Post. Xanny bog recht schnell auf eine Wiese ab und blieb nicht wie erwartet auf dem Weg. Weil ich ja aber lernfähig bin, vertraute ich meiner Spürnase und folgte ihm. Ihr kennt das Ende. Xanny fand sein Opfer und knackte somit den Jackpot und heimste dickes Lob ein.

Jeder Hund arbeitete zwei Trails und anschließend ging es zurück zur Hundeschule. Bei einem leckeren Imbiss konnten wir all unsere Fragen los werden und Christine erzählte noch etwas von ihrer Arbeit.

Es war ein toller Tag mit tollen Hunden. Ich bin Christine auf jedem Trail gefolgt und habe viele Infos bekommen und aus dem Verhalten aller Hunde und Hundehalter mitgelernt. Ich bin mächtig stolz auf Xanny.

Ich habe mich nebenbei noch ein wenig mit Christine über meinen Halbstarken unterhalten und sie meinte dazu nur: man sollte Hunden bis zum Alter von 8 Monaten alles mögliche beibringen, was sie in ihrem Leben brauchen werden, dann könne man sie getrost ein halbes Jahr in den Keller sperren und den Schlüssel umdrehen. Nein, das meinte sie natürlich nicht ernst.Man muss dieses Alter eben aussitzen, nicht auf dem Kopf rumtanzen lassen, viel gemeinsam machen, aber bloß keinen Druck für Hund und Hundeführer.

Im Übrigen wurde mir dringend empfohlen auf ein Geschirr umzusteigen, auch wenn Xanny eventuell noch etwas zulegt. Ich habs nun bestellt und werde vom ersten Eiertanz ums Anziehen desselben berichten.

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