29.09.2012 - Igelkampf & Wespenstich

Heute am Samstag überkam meine Zweibeiner die Arbeitswut. Kommt ja nicht oft vor, aber wenn, dann darf man ihnen nicht im Weg stehen. Das ganze Gartenhaus haben sie ausgeräumt, aussortiert und wieder eingeräumt. Dann gings mit der Garage weiter. Auch die ist jetzt wieder so ordentlich, dass das Auto reinpasst. Die Regenfässer sind leergeplätschert, der Rasen gemäht und Frauchen hat angefangen, die Hecken zu schneiden. Da hat sie aber noch ganz schön was vor.

Ich dagegen habe genau aufgepasst, ob die beiden auch alles richtig machen, habe kontrolliert ob ich nicht irgendwas gebrauchen könnte von dem, was da aus dem Gartenhäuschen geräumt wurde. Das war aber langweilig mit der Zeit und so habe ich beschlossen, die Bewohner unseres Kaminholzregales zu besuchen. Damit ihr wisst wovon ich rede, hier mal ein schon älteres Bild:


Da hinten, diese Holzdinger, die mein ich. An der linken Stirnseite haben die Biester ihren Ein- und Ausgang. Ich hab schon mal versucht, den aufzugraben. Aber unter den Ecken und in der Mitte liegen Steinplatten, so dass ich nur jeweils 15 cm Breite zum Graben hab. So'n Mist.

Ich flitz ja öfter mal um das Holz und belle und schimpfe, weil die Bewohner einfach nicht rauskommen. Da wir ein wildes Kaninchen haben, das immer mal auf unserer Wiese sitzt und mich foppt, weils immer weg ist, wenn ich komme, wissen meine Zweibeiner einfach nicht, ob da nun Igel drunter wohnen oder das Kaninchen.

Also, heute jedenfalls war ich besonders aufgeregt und bin während den Aufräumarbeiten immer und immer wieder bellend ums Holz geflitzt. Bis Frauchen kam um zu schauen, warum ich denn solchen Lärm mache. Und da sah sie dann auch die Bescherung. Ein Igel hatte sich - vielleicht vor Schreck - zwischen eine der Steinplatten und den Holzboden gequetscht. Er hatte dort nur ganz wenig Platz, 5-6 cm schätzt Frauchen. Jedenfalls meinte sie, er hätte sich da festgeklemmt und käme nicht wieder heraus, denn weder Pieksen noch Schieben brachten ihn dazu, weiterzukriechen. Herrchen kam also mit großem Werkzeug, um den Holzständer anzuheben. Aber es half alles nix, der Igel bewegte sich nicht vor und nicht zurück. Da der Holzboden aus aufgeschraubten Brettern besteht und dazwischen immer bis zu 1 cm Luft ist, sah man den Igel gut, ich natürlich auch, und ich wollte ihn haben. Unbedingt! Ich hatte schon mal einen, wisst ihr. Den hab ich einfach geschnappt und durch den Garten geschleppt. Bis Frauchen ihn mir abgejagt hat. Mist. Aber mit diesem hier würde mir das nicht wieder passieren!

Herrchen buddelte die Steinplatte vor dem Holzregal aus, zog die Steinplatte unter dem Igel heraus und dieser rollte sich sofort zusammen, so dass wir ihn immer noch nicht herausholen konnten. Herrchen grub also mit einer Schaufel auch noch die Erde unter dem Igel weg, bis er ihn endlich herausholen konnte. Ich stand bereit! Herrchen und Frauchen hockten sich gegenüber, dazwischen der eingerollte Igel. MEIN Moment! So schnell ich konnte stieß ich auf den Igel zu, schnappte ihn - AUA - und wollte weg. Aber diesmal war Frauchen schneller. Sie packte mich im Genick, verpasste mir einen Mordsanschiss und Herrchen ging mit MEINEM Igel weg. HOIIIIIL! Nun hatte ich eine blutige Nase, blutiges Zahnfleisch und keinen Igel. Ich weiß nicht wo Herrchen ihn hingebracht hat, er ist einfach mit ihm weggegangen. Nichts anders wollte ich doch machen, ich wollte auch nur mit ihm weg. Manchmal versteh ich die Menschen nicht.

Frauchen hatte richtige Wut im Bauch, das merke ich immer ganz deutlich. Eigentlich wollte sie zur Strafe nicht mit mir zu Hundeschule gehen. Wir fuhren dann aber doch los.

Wir schafften es gerade so im Trockenen bis auf den Platz, da ging aber ein Regenguss hernieder, ich sag euch, wir wären tropfnass geworden, wenn wir nur 5 Minuten später da gewesen wären. Naja, es hörte wieder auf und wir gingen auf den Platz. Schließlich waren wir zum Arbeiten da und nicht zum herumstehen.

Nun ist es in diesem Jahr besonders schlimm mit den Wespen bei uns. Im angrenzenden Park und auf dem Platz der Hundeschule haben wir überall Erdnester dieser Biester. Überall krabbeln sie herum und warten nur darauf, zuzuschlagen ... ähm ... zuzustechen. Gestern nun liefen wir über den Platz und unsere Hundeschulen-Claudia sah nur, wie ich mit dem Hinterbein herumzappelte, stürmte herbei und sammelte eine Wespe von meiner Pfote ab. Ich habe nix gesagt, keinen Ton, ich bin ja schließlich ein Airedale! Und ehe ein Airedale Schmerzen zeigt, muss es schon ganz schön weh tun! Aber auftreten konnte ich nicht mehr. Frauchen sagte was von Kügelchen und Fenistil und wir gingen sofort zum Auto und fuhren los. Zwei Ecken weiter hielt ich es nicht mehr aus. Meine Pfote tat so weh, dass ich ganz laut schreien musste. Man, das war unangenehm! Und wie immer wenn man es eilig hat, waren die Schranken zu. Das ist hier bei uns immer so in Glückstadt. Daran muss man sich einfach gewöhnen.

Zu Hause stopfte Frauchen mir gleich diese winzigen weißen Kügelchen ins Maul. Die mag ich, die sind süß. Sie schaute meine Pfote an, konnte aber nichts finden. Mein ganzes Hinterbein zitterte, ich konnte es gar nicht aufsetzen, aber bis zum Sofa schaffte ich es schon noch. Ein paar Minuten später stellte Frauchen fest, dass sich an der Pfote eine dicke Schwellung breit machte. Sie sprang auf und kam mit einer kleinen Tube zurück. Fenistil sagte sie, und schmierte mir die Pfote dick damit ein. Das tat richtig gut und nach kurzer Zeit konnte ich meine Pfote bereits ablegen. Bis dahin hatte ich sie hochgehalten, weils so unangenehm war.

Ein paar Minuten später war ich tief und fest eingeschlafen und ratzte 3 Stunden lang. Danach konnte ich mit Herrchen schon wieder eine Runde Fußball spielen.

Das war vielleicht ein Tag. Erst ein pieksiger Igel, dann eine piegsige Wespe. Reicht dann jetzt auch wieder für eine Weile, oder was meint ihr?

1 Kommentar:

  1. Mensch Xanny, da gibt es aber wirklich lustigere Abenteuer zu bestehen. Na ja, nun isses ja wohl wieder gut. Liebe Grüße - Bente

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