02.07.2013 - Click und Haps

In diesem Jahr gibt es in unserer Hundeschule verschiedene 2-Tages-Kurse. Frauchen hatte uns zum Clickerkurs angemeldet und freute sich schon drauf. Am ersten Abend ging sie leider allein los, weil da nur geredet werden sollte, was mir ja eigentlich auch viel zu langweilig ist. Sie erzählte mir später, sie hätte Eva geclickert, ihre Hundeschulen-Freundin. Was für ein Quatsch, die können doch auch miteinander reden. Zweibeiner!

Am zweiten Abend durfte ich mit. Jeder musste sich eine Übung ausdenken, die geclickert werden sollte. Frauchen konnte sich lange nicht entscheiden, beschloss aber dann, SCHLAFEN zu clickern. Unser Ziel war also, dass ich mich auf die Seite lege. Na wenn's weiter nichts ist. Das hatten wir ja schon mal ohne Clicker geübt, ich kannte also die Übung, aber der Weg dahin war neu.

Als ich endlich an der Reihe war, war ich total hibbelig. Frauchen hatte schließlich eine Dose mit Fleisch in der Hand. Die wollte ich mir gleich erst mal vom Tisch holen - was ich daheim ja gaaaar nicht darf und auch nicht versuche - aber in der Hundeschule darf man ja manchmal andere Sachen als zu Hause. Aber nee, nix war.

Frauchen saß auf einem Stuhl, den Clicker in der Hand, die Fleischdose wurde geöffnet. Ich schaute Frauchen an. Nix. Ich bellte Frauchen an. Nix. Ich bellte weiter, aber sie verstand mich nicht. Sie wartete darauf, dass ich mich hinlege, aber da sie mir das nicht sagte, konnte ich es ja nicht wissen. Sind schon komisch, die Zweibeiner. Naja, nicht lange, ich bin ja ein schlaues Kerlchen, legte ich mich also hin und gaaanz kurz bevor der Clicker clickte, bellte ich ... und bekam Fleisch. Beim zweiten Mal hinlegen funktionierte das ganz genau so, ich drückte mein Bellen zwischen hinlegen und click. Da ich auch diesmal belohnt wurde, war für mich ganz klar: Hinlegen mit Bellen war erwünscht. Frauchen sah das aber leider völlig anders. Die Hundeschulen-Frauchens und sie beschlossen dann, SCHLAFEN weg zu lassen und statt dessen in der zweiten Runde stilles Platz zu clickern.

Nachdem also die Runde herum und ich wieder dran war, kam recht schnell das Kommando PLATZ zum hinlegen dazu und ein Click, wenn ich NICHT bellte. Aha! Dazu kam, dass sobald ich mich hingelegt hatte, jemand anfing zu zählen. Jedes Mal eine Zahl mehr bevor der Click und das Fleisch kamen. Es funktionierte, und warum? Weil ich eben ein schlauer Hund bin! Jawoll.

Frauchen war sehr stolz auf mich. Sie hatte nicht gedacht, dass man den Fehler mit dem Bellen so schnell wieder heraus clickern könnte. Ich will ja nicht übertreiben, aber habe ich schon erwähnt, dass ich schlau bin?

So ihr Lieben, jetzt haben wir die ganzen letzten Wochen wieder aufgeholt und ihr seid wieder auf dem neuesten Stand. Bald geht es in Urlaub, könnte also durchaus sein, dass hier wieder ein Weilchen Funkstille herrscht.

Also machts gut, euer Xanny

21.06.2013 - Grün, Grüner, am Grünsten

Wenn man Besuch hat, ist ja immer was los ... jeden Tag ... ständig!

Am 21. Juni fuhren wir zum Breitenburger Kanal. Den kannten wir noch nicht, aber Frauchens Chef meinte, da könnte man ganz gut laufen. Also, Regensachen eingepackt und ab gings.

Kaum waren wir dort und hatten das Auto ein paar Meter hinter uns gelassen, fing es an zu regnen, aber wie! Die Zweibeiner hatten ja ihre Häute übergezogen, aber wir mit unseren Fellmänteln wurden pitschenass. Ich hab ja ein paar Mal versucht mich hinter Frauchen oder im hohen Gras zu verstecken, aber der Regen war gnadenlos!


Lang hat es nicht angehalten und so sind wir einfach weiter gelaufen.
Und während ich brav Model stand für dieses Foto ...


ließ sich Lukas lieber ganz sportlich fotografieren:


Dieser riesige Kuhfladen roch ganz besonders einladend, leider war Frauchen nicht damit einverstanden, dass ich davon koste oder mich darin erfrische. Sie weiß eben so gar nicht, was lecker ist.


Wir hatten eine riesige Wiese zum toben gefunden:



Und während Lukas für ein Bloomingdale-Bild posierte,
hockte Frauchen im Gras und fotografierte ... was weiß ich ...


Nasse Füße hatten wir eh schon, deshalb machten uns auch die Monsterpfützen gar nichts aus.


Am nächsten Tag zeige Frauchen Lukas und seinem Herrchen unsere wundervolle Stadt. Unser Weg führte uns um den Hafen, über den Markt zum Stadtpark. Natürlich musste Lukas wieder schwimmen gehen. Und weil er nur Augen für sein Stöckchen hatte, übersah er völlig die ganzen Enten, die er prima hätte jagen können. Die hatten nämlich sowas von gar keine Angst vor ihm.


Und Frauchen musste natürlich wieder rumknipsen:

20.06.2013 - Nordsee mit Besuch

Am 19. Juni bekamen wir Besuch. Jaja, schon wieder Besuch! Aber diesmal mit Hund. Neiiiin, nicht einfach nur ein Hund, ein Airedale! Neiiiin, nicht einfach nur ein Airedale, ein Airedale-Rüde, noch dazu aus Österreich!

Lukas, 4 Monate jünger als ich. Und der kam einfach in meinen Garten geplatzt. Und der pinkelte lauter Sachen an, die ich noch nie angepinkelt hatte. Boah! Das ging ja mal gar nicht. Da bin ich aber sofort hinterher.

Also, der Lukas ne, der war schon manchmal ein bisschen anstrengend, ich konnt mich gar nich mal irgendwohin legen, wups stand der neben mir. Und immer isser mir hinterher gerannt. Ich hab ihm gesagt, der soll das lassen, aber die Österreicher, die haben scheinbar ne andere Sprache. Oder der hat meinen platten Dialekt nicht verstanden. Na, es kam wie es kommen musste, am Abend haben wir uns noch ganz schön gewurzelt. Ich hab jetzt nen Riss in der Lippe ... ähm Lefze ... aber Frauchen sagt, jeder Mann muss so ein Merkmal mit sich tragen!

Am nächsten Tag ging es schon viel besser. Nachdem unsere Herrchen und mein Frauchen begriffen hatten, dass es total blöd ist, wenn sie EINEN von uns ansprechen, streicheln oder Leckerli geben, wurden solche Sachen dann vermieden und schon ging's besser.

Frauchen wollte den Gebirgs-Heinis ein bisschen was vom Flachland zeigen, also fuhren wir am 20. Juni nach Friedrichskoog-Spitze. Es war ein furchtbar warmer und schwüler Tag, so dass dies eine gute Idee war. In Friedrichskoog gibt es den Trischendamm, der führt 2,2 km in die Nordsee hinaus. Da das Wasser bereits ablief beschlossen wir, den Damm hinaus zu laufen. Das war eine wirklich gute Entscheidung, denn je weiter raus es ging, um so besser wurde die Luft und um so mehr Wasser war zum Planschen da. Und da wir unter der Woche am Mittag dort waren, trafen wir kaum andere Leute und Lukas und ich wir durften von der Leine. Es wurde aber ganz genau aufgepasst, dass wir auf dem Damm bleiben.



Naja, manchmal klappte das nicht gut, aber ich musste Lukas ja auch ein bisschen was Nordisches zeigen, Watt-Latschen zum Beispiel:


Dass ich nicht so unbedingt ins Wasser muss, wisst ihr ja bereits ...


Aber wenn man ne Wasserratte ... ähm ... nen Wasserdale dabei hat,
dann gehts schon auch mal bisschen tiefer:


Lukas Herrchen hat ganz viele Fotos gemacht, unter anderem dieses hier,
welches Frauchen ganz besonders gut gefällt:


Hier sind wir schon wieder auf dem Rückweg,
die Parkuhr lief gegen uns und die Zweibeiner hatten Appetit auf Fisch!


Naja klar, geht ja nicht ohne ein richtig typisches Touristen-Foto:

05.06.2013 - Schreck & Aua

Am Mittwoch den 5. Juni waren wir wie gewohnt in der Hundeschule und trainierten für den Hundeführerschein. An diesem Tag sollten die Hunde im PLATZ mit alltäglichen Dingen wie zum Beispiel dem Aufschnappen eines Automatik-Regenschirms konfrontiert werden. Für Xanny normalerweise kein Problem, so etwas nimmt er eigentlich mit Fassung. An diesem Tag aber hat er sich so vor dem Schirm erschrocken, dass keine Übung mehr ordentlich klappte. Wir gingen vom Platz und spielten noch eine Weile mit dem Schirm, in Verbindung mit Leckerlis. Aber der Tag war für Xanny gelaufen.

Am 7. Juni hatte ich - das Frauchen - frei, denn meine Freundinnen wollten übers Wochenende kommen, so wie jedes Jahr am 2. Juni-Wochenende. Xanny war seit Mittwoch extrem schreckhaft und an diesem Tag extrem ruhig und faul und war zu nix zu bewegen. Am Nachmittag lag er unter der Ulme im Schatten und war mit einer sehr harten Rinderkopfhaut beschäftigt, als er plötzlich die Augen zukniff, den Kopf nach rechts neigte und quietschte. Wir dachten, es hätte ihn was gestochen, konnten aber weder ein Tier noch einen Stich finden. Ab diesem Moment war Xanny nicht mehr nur schreckhaft, sondern hatte offensichtlich einen Schmerz rechts am Kopf. Beim Kopfschütteln oder Gähnen kniff er die Augen zu und drehte den Kopf nach rechts. Für mich ganz klar ein Zeichen von Schmerz. Ich tastete den ganzen Kopf ab, schaute mir die Zähne an, tastete das Zahnfleisch ab - ohne Reaktionen. Ich schickte also meinen Mann mit Xanny zum Tierarzt, war ja Freitag am späten Nachmittag, also mal wieder kurz vom Wochenende. Gut dass unsere Tierärztin auch am Freitag abend 2 Stunden Sprechstunde hat. Aber ... auch sie konnte nichts an Xanny entdecken. Er bekam ein Schmerzmittel gespritzt und Tabletten mit nach Hause, vorerst war aufmerksames Beobachten angesagt.

Das sollte aber noch nicht alles gewesen sein. Xanny musste zu diesem Zeitpunkt draußen noch an der langen Leine sein, denn unser Zaun war noch nicht ganz fertig. An diesem Abend stand neben unserer Tür zum Garten ein Campingtisch. Xanny lief an seiner langen Leine unter diesem Tisch hindurch nach drinnen, kam auf direktem Weg wieder heraus und lief los. Nun hoppelte der Campingtisch hinter ihm her und Xanny erschrak sich - schon wieder - fürchterlich. Der Tisch blieb kurz an einem Stuhl hängen, um dann noch einmal loszuhoppeln. Xanny war fix und fertig. Er war gar nicht mehr mein Hund. Völlig in sich gekehrt, viel zu ruhig, kein Interesse am Besuch. Das machte MICH auch ganz fertig.

Am nächsten Tag war er wieder ganz der Alte, zwar noch schreckhaft, aber wieder fröhlich und aufgeweckt. Die nächsten Tage waren okay, am Schrecken wollten wir arbeiten, aber dann kehrte der Schmerz wieder zurück. Ich beobachtete Xanny genau, tastete nochmals alles ab, konnte aber wieder nichts finden. Xanny neigte wieder den Kopf nach rechts, wann immer er gähnte oder den Kopf schüttelte. Er wollte nicht mal trockenen Pansen kauen, den er sonst in 2 Minuten wegputzt. Diesmal verbuddelte er ihn im Garten. Das war noch nie vorgekommen. Gut. Es war wieder Freitag und diesmal fuhr ich zur Tierärztin und unterhielt mich nochmals mit ihr. Ich hatte alle Beobachtungen aufgeschrieben. Sie hatte keine Idee. Alles nochmals abgetastet, nichts, keine Reaktion, keine sichtbaren Verletzungen. Ich bat sie, noch einmal die Ohren genau zu kontrollieren und siehe da, als sie tiefer in das rechte Ohr schaute, um die Ecke quasi, quietschte Xanny auf. Sie sah ein kleines schwarzes Tierchen, bekam es aber nicht heraus. Xanny musste also in eine kurze Narkose, damit der Störenfried aus dem Ohr entfernt werden konnte. Leider wurde das Tierchen beim Entfernen zerquetscht, so dass wir nicht bestimmen konnten, was es war. Bei der Gelegenheit wurden die Zähne und das Zahnfleisch gleich noch mal kontrolliert, ohne Befund.

Meine arme Nase kam langsam wieder zu sich, verschlief den Abend auf dem Sofa und nachdem er sich von dem Eingriff erholt hatte, war er wieder ganz der Alte. Es tat nichts mehr weh, sämtliche Schreckmomente waren verschwunden. Tja ... was soll man dazu sagen?

Eine Idee, die mir später noch kam, Xanny könnte sich beim Kauen der harten Rinderkopfhaut den Kiefer gezerrt und in den Folgetagen so etwas wie Muskelkater gehabt haben. Möglich wäre so etwas, aber jetzt so im Nachhinein kann das natürlich niemand mehr mit Bestimmtheit sagen.

Letztlich ist Xanny wieder ganz der Alte und das ist die Hauptsache. Mich macht das jedenfalls ganz schön gaga, wenn's dem Hundetier schlecht geht.