05.06.2013 - Schreck & Aua

Am Mittwoch den 5. Juni waren wir wie gewohnt in der Hundeschule und trainierten für den Hundeführerschein. An diesem Tag sollten die Hunde im PLATZ mit alltäglichen Dingen wie zum Beispiel dem Aufschnappen eines Automatik-Regenschirms konfrontiert werden. Für Xanny normalerweise kein Problem, so etwas nimmt er eigentlich mit Fassung. An diesem Tag aber hat er sich so vor dem Schirm erschrocken, dass keine Übung mehr ordentlich klappte. Wir gingen vom Platz und spielten noch eine Weile mit dem Schirm, in Verbindung mit Leckerlis. Aber der Tag war für Xanny gelaufen.

Am 7. Juni hatte ich - das Frauchen - frei, denn meine Freundinnen wollten übers Wochenende kommen, so wie jedes Jahr am 2. Juni-Wochenende. Xanny war seit Mittwoch extrem schreckhaft und an diesem Tag extrem ruhig und faul und war zu nix zu bewegen. Am Nachmittag lag er unter der Ulme im Schatten und war mit einer sehr harten Rinderkopfhaut beschäftigt, als er plötzlich die Augen zukniff, den Kopf nach rechts neigte und quietschte. Wir dachten, es hätte ihn was gestochen, konnten aber weder ein Tier noch einen Stich finden. Ab diesem Moment war Xanny nicht mehr nur schreckhaft, sondern hatte offensichtlich einen Schmerz rechts am Kopf. Beim Kopfschütteln oder Gähnen kniff er die Augen zu und drehte den Kopf nach rechts. Für mich ganz klar ein Zeichen von Schmerz. Ich tastete den ganzen Kopf ab, schaute mir die Zähne an, tastete das Zahnfleisch ab - ohne Reaktionen. Ich schickte also meinen Mann mit Xanny zum Tierarzt, war ja Freitag am späten Nachmittag, also mal wieder kurz vom Wochenende. Gut dass unsere Tierärztin auch am Freitag abend 2 Stunden Sprechstunde hat. Aber ... auch sie konnte nichts an Xanny entdecken. Er bekam ein Schmerzmittel gespritzt und Tabletten mit nach Hause, vorerst war aufmerksames Beobachten angesagt.

Das sollte aber noch nicht alles gewesen sein. Xanny musste zu diesem Zeitpunkt draußen noch an der langen Leine sein, denn unser Zaun war noch nicht ganz fertig. An diesem Abend stand neben unserer Tür zum Garten ein Campingtisch. Xanny lief an seiner langen Leine unter diesem Tisch hindurch nach drinnen, kam auf direktem Weg wieder heraus und lief los. Nun hoppelte der Campingtisch hinter ihm her und Xanny erschrak sich - schon wieder - fürchterlich. Der Tisch blieb kurz an einem Stuhl hängen, um dann noch einmal loszuhoppeln. Xanny war fix und fertig. Er war gar nicht mehr mein Hund. Völlig in sich gekehrt, viel zu ruhig, kein Interesse am Besuch. Das machte MICH auch ganz fertig.

Am nächsten Tag war er wieder ganz der Alte, zwar noch schreckhaft, aber wieder fröhlich und aufgeweckt. Die nächsten Tage waren okay, am Schrecken wollten wir arbeiten, aber dann kehrte der Schmerz wieder zurück. Ich beobachtete Xanny genau, tastete nochmals alles ab, konnte aber wieder nichts finden. Xanny neigte wieder den Kopf nach rechts, wann immer er gähnte oder den Kopf schüttelte. Er wollte nicht mal trockenen Pansen kauen, den er sonst in 2 Minuten wegputzt. Diesmal verbuddelte er ihn im Garten. Das war noch nie vorgekommen. Gut. Es war wieder Freitag und diesmal fuhr ich zur Tierärztin und unterhielt mich nochmals mit ihr. Ich hatte alle Beobachtungen aufgeschrieben. Sie hatte keine Idee. Alles nochmals abgetastet, nichts, keine Reaktion, keine sichtbaren Verletzungen. Ich bat sie, noch einmal die Ohren genau zu kontrollieren und siehe da, als sie tiefer in das rechte Ohr schaute, um die Ecke quasi, quietschte Xanny auf. Sie sah ein kleines schwarzes Tierchen, bekam es aber nicht heraus. Xanny musste also in eine kurze Narkose, damit der Störenfried aus dem Ohr entfernt werden konnte. Leider wurde das Tierchen beim Entfernen zerquetscht, so dass wir nicht bestimmen konnten, was es war. Bei der Gelegenheit wurden die Zähne und das Zahnfleisch gleich noch mal kontrolliert, ohne Befund.

Meine arme Nase kam langsam wieder zu sich, verschlief den Abend auf dem Sofa und nachdem er sich von dem Eingriff erholt hatte, war er wieder ganz der Alte. Es tat nichts mehr weh, sämtliche Schreckmomente waren verschwunden. Tja ... was soll man dazu sagen?

Eine Idee, die mir später noch kam, Xanny könnte sich beim Kauen der harten Rinderkopfhaut den Kiefer gezerrt und in den Folgetagen so etwas wie Muskelkater gehabt haben. Möglich wäre so etwas, aber jetzt so im Nachhinein kann das natürlich niemand mehr mit Bestimmtheit sagen.

Letztlich ist Xanny wieder ganz der Alte und das ist die Hauptsache. Mich macht das jedenfalls ganz schön gaga, wenn's dem Hundetier schlecht geht.

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